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ISEA2010 RUHR Konzerte | Éliane Radigue

Fr 27 August 2010, 20.30 Uhr
Konzerthaus Dortmund

Naldjorlak I, II, III
Éliane Radigue (fr): Komposition, Charles Curtis (us): Cello,
Carol Robinson (us) und Bruno Martinez (fr): Bassetthorn
Mit Einführung durch die Komponistin.

Naldjorlak ist das erste akustische Stück der Pionierin elektronischer Musik Éliane Radigue, deren Signatur die Arbeit mit dem Arp Synthesizer ist. Der tibetische Titel der Komposition Naldjorlak bezieht sich auf das Streben allen Lebens nach Einheit. Zunächst für Charles Curtis entwickelt, hat Radigue das Stück später zu einer subtilen Trilogie feiner, pulsierender Klänge erweitert, die letztes Jahr in der gleichen Besetzung wie in Dortmund im Louvre Paris aufgeführt wurde: jetzt als Naldjorlak I, II, III. Die Erstaufführung fand im Contemporary Art Museum (CACP) in Bordeaux 2009 statt.

Curtis, der langjährige Erfahrung in der Umsetzung elektronischer Musik hat – beispielsweise von La Monte Young oder Terry Jennings –, spielt mit tiefer Einsicht in die musikalischen Arrangements, die die beiden Künstler gemeinsam im Hinblick auf seine Technik erarbeitet haben. Naldjorlak II hat Radigue für die zwei renommierten Bassetthornisten Carol Robinson und Bruno Martinez entwickelt. Der Abend endet mit Naldjorlak III, einem Trio der drei Instrumentalisten.
Bei dem Stück handelt es sich um eine besondere Komposition: jeder Teil wurde in enger Abstimmung für die Technik der Instrumentalisten und den spezifischen Klang ihrer Instrumente erarbeitet.

Über die KünstlerInnen

Éliane Radigue (fr)

Die Französin Eliane Radigue studierte unter den Pionieren der musique concrète Pierre Schaeffer und Pierre Henry, dessen Assistentin sie Ende der 1960er-Jahre war. Der Wiedererkennungswert ihrer Kompositionen basiert vor allem auf dem kontinuierlichen Einsatz des Arp Synthesizers, um minutenlange Drones zu erzeugen. Trotz ihrer langen Schaffenszeit, die schon vier Jahrzehnte umspannt, komponiert sie nur wenige Stücke pro Jahr.

Erst vor kurzem hat Radigue begonnen, gezielt für einzelne Instrumentalisten weltweit zu komponieren. Das Stück Naldjorlak für Charles Curtis ist die aktuellste dieser Arbeiten, das sie unter dem Titel Naldjorlak I, II, III zu einer Trilogie für Charles Curtis, Bruno Martinez und Carol Robinson weiter entwickelte. Radigues Werk wird in Kunstmuseen, Galerien und auf großen Festivals für elektronische Musik aufgeführt.

Charles Curtis (us)

Der Cellist Charles Curtis hat ein großes Repertoire an Soloarbeiten, die die wichtigsten Komponisten elektronischer Musik für ihn geschrieben haben: darunter Werke von La Monte Young, Alvin Lucier, Éliane Radigue und Alison Knowles, seltene Kompositionen von Terry Jennings und Richard Maxfield. Éliane Radigues Komposition Naldjorlak für Cello hat er weltweit gespielt. Als Teil der neuen Trilogie Naldjorlak I, II, III wurde es letzten Oktober im Auditorium des Musée du Louvre uraufgeführt. Curtis hat an der Princeton University gelehrt und war elf Jahre der erste Solo Cellist des NDR Sinfonieorchesters, Hamburg. Zurzeit ist der Cellist Professor für Music Performance an der University of California, San Diego.

Er tritt weltweit auf und wurde unter anderem in das Museum Guggenheim, New York, in das CAPC in Bordeaux, in die Galerie Renos Xippas in Paris und zum MaerzMusik Festival in Berlin und viele weitere Orte eingeladen. Er ist künstlerischer Leiter des Kammermusikenensembles Camera Lucida.

Carol Robinson (us)

Carol Robinson ist Klarinettistin und Komponistin, die gleichermaßen in der klassischen und der experimentellen Musik heimisch ist. Sie spielte in den wichtigsten Konzerthäusern weltweit und wird regelmäßig zu großen, internationalen Musikfestivals eingeladen: darunter unter anderem Wien Modern,
RomaEuropa, MaerzMusik, Huddersfield, Archipel, Musica, Musica Contemporanea.
Improvisation ist ihre Leidenschaft, die sie in der Gruppe Sleeping in Vilna gemeinsam mit Mike Ladd, Dave Randall und Dirk Rothbrust verfolgt. Ihr Repertoire umfasst Stücke von Giacinto Scelsi, Morton Feldman, Luigi Nono und Luciano Berio, Phill Niblock u.v.m.
In den von ihr komponierten Stücken kombiniert sie oftmals akustische Musik mit elektronischen Systemen. Radiostationen weltweit haben ihre Arbeiten eingespielt.

Bruno Martinez (fr)

Martinez ist seit über zwanzig Jahren erster Bassklarinettist der Pariser Oper. Er hat mit den wichtigsten Komponisten neuer Musik zusammengearbeitet: unter anderen Pierre Boulez. Als Solist und Kammermusiker tritt Martinez weltweit auf. Martinez wurde am Conservatoire de Paris von Guy Deplus und später von Maurice Bourgue ausgebildet.


Eintritt: Preiskategorie I/II/III: € 29/18/10,30 (ermäßigt: € 18/10,30/7)
Karten für die ISEA2010 RUHR Konzerte sind erhältlich beim Konzerthaus Dortmund unter der Ticket-Hotline: +49.231.22 69 62 00.
Brückstraße 21
44135 Dortmund

Radigue Eliane - Naldjorlak (c) Golfieri Massimo