Startseite / Programm / Keynotes / Peter Weibel

ISEA2010 RUHR Keynotes
Peter Weibel (de/at)

Di 24 August 2010, 17.30 Uhr
Orchesterzentrum|NRW, Dortmund

Die Zunge, die sieht. Neuroästhetik, Molekularästhetik, Medienästhetik

Moderiert von Jens Hauser (de)

Die klassische Medientheorie ist in der Hauptsache eine organologische Medientheorie. Die Medien werden interpretiert als eine Extension der Sinnesorgane, wobei jedes neue Medium das Verhältnis der Sinne zueinander neu definiert.

Nun stehen wir aber an der Schwelle einer Materialrevolution, wo das synästhetische Programm, wonach ein Sinnesorgan (Auge) partiell die Funktion eines anderen Sinnesorgans (Ohr) übernimmt, sich radikalisiert: Jedes beliebige Sinnesorgan kann tendenziell die Funktionen jedes beliebigen Sinnesorgans übernehmen. Das Gehirn erweist sich als so adaptionsfähig, dass alle Sinnesorgane miteinander vernetzt werden können. Was früher als paranormales Phänomen betrachtet wurde, ist heute durch die Versprechungen der Bio-und Informationswissenschaften in die Phase der technischen Realisation eingetreten.
Wie den Medienkünsten sich durch Neuroästhetik und Molekularästhetik neue Horizonte und Handlungsfelder eröffnen, ist Gegenstand dieses Vortrags.

Peter Weibel ist Künstler, Lehrer und Kunst- und Medientheoretiker. Seit 1999 leitet er das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Neben seiner künstlerischen und kuratorischen Arbeit ist er auch bekannt für seine Grenzgänge zwischen den Künsten und den Wissenschaften.

Jens Hauser ist Kurator, Autor, Kultur- und Wissenschaftsjournalist und unterrichtet Medientheorie und Intercultural Approaches an der Ruhr-Universität Bochum.

Di 24 August 2010, 17.30 Uhr–19 Uhr
Orchesterzentrum|NRW, Dortmund

Lageplan Dortmund

Eintritt:
Keynote € 5 (ermäßigt: € 4)
*Zum Kauf eines ermäßigten Tickets berechtigt sind SchülerInnen, Studierende (außer PromotionsstudentInnen), Grundwehr- und Zivildienstleistende, Arbeitslose und Schwerbehinderte.