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ISEA2010 RUHR Exkursionen Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburg

Mi 25 August 2010, 9–18 Uhr
Mit: Sabine Himmelsbach
ausgebucht!

Programm:
9 Uhr Abfahrt ab Bus Busbahnhof Dortmund

12 Uhr
Begrüßung und Einführung in die Aktivitäten und Programmatik des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst; anschließend Führung durch die Ausstellung My War. Partizipation in Kriegszeiten

14–15 Uhr Mittagspause

15 Uhr
Besuch der Klanginstallation Rain Dance in der Oldenburger Innenstadt
anschl. evtl. Stadtführung oder zur freien Verfügung

17 Uhr Rückfahrt ab Oldenburg

Zum Edith-Ruß-Haus für Medienkunst

Mit seinem Schwerpunkt auf der Kunst der neuen Medien nimmt das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst eine herausragende Position in der deutschen Museumslandschaft ein. Es versteht sich als Ort der Präsentation und Kommunikation, der sich mit den Medien in der zeitgenössischen Kunstpraxis ebenso wie mit der zunehmenden Digitalisierung und Virtualisierung der Welt und dem Einfluss der neuen Medien auf das Leben auseinandersetzt.
In einem regelmäßig wechselnden Ausstellungsprogramm werden innovative und experimentelle Positionen der Gegenwartskunst gezeigt, vielfach in regionalen und internationalen Kooperationen.
Mit seinem internationalen Stipendiatenprogramm hat sich das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst auch als Produktionsort einen Namen gemacht. Das Stipendienprogramm für Medienkunst der Stiftung Niedersachsen am Edith-Ruß-Haus ermöglicht jährlich die Realisierung von drei neuen Projekten.
Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst geht auf eine Stiftung der Oldenburger Studienrätin Edith Maria Ruß zurück, die der Stadt ihr Vermögen mit der Auflage vermachte, ein Haus „für Kunst im Übergang ins neue Jahrtausend" zu schaffen.

Zur Ausstellung My War. Partizipation in Kriegszeiten

Blogge!, Sei dabei! und Teil dich mit! lauten die Schlagworte einer Medienkultur, in der die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem, Persönlichem und Politischem aufgehoben sind. Die Ausstellung MyWar. Partizipation in Kriegszeiten bringt die moralischen Implikationen von Kriegen auf den Punkt, die mittels der Medien erlebt werden. Diese Intervention erfolgt anhand einer Medienlandschaft, in der Web 2.0-Instrumente ständig die Art und Weise verändern, wie das Publikum und die User Informationen konsumieren und austauschen.
Die Ausstellung folgt zwei unterschiedlichen Erzählsträngen. Im ersten nehmen die Künstler eine radikal individualistische Haltung gegenüber dem Krieg ein. Renzo Martens richtet die Kamera inmitten einer Kampfzone auf sich selbst. Sarah Vanagt und Phil Collins konzentrieren sich auf die Aktivitäten junger Leute und enthüllen die prosaischen Aspekte des Alltagslebens, von denen die Bloggingkultur besessen ist. Harrell Fletcher lässt Kinder die Kriegserinnerungen Erwachsener nacherzählen, Milica Tomic wirft mit der Dokumentation ihrer Re-enactments von Szenen und Schauplätzen des Partisanenkriegs der 1940er die Frage nach der Aneignung solcher Ereignisse auf. SWAMB haben eine Vorrichtung konstruiert, die dem Träger beim Tod jedes Irakkriegsoldaten Schmerz zufügt. Dunnes & Rabys (ironische) Plüschversion der atomaren Wolke soll Therapieobjekt für Menschen mit besonderer Angst vor dem Atomkrieg sein.
Im zweiten Ausstellungsstrang setzen sich Künstler direkt mit der Art und Weise auseinander, wie die Webtechnologien globale Kriege infiltriert und beeinflusst haben. Joseph DeLappe gibt in einem Online-Rekrutierungsspiels der amerikanischen Armee die Namen von Irakkriegstoten ein, Thompson & Craighead konstruieren aus Bloginformationen das globale Narrativ eines allgegenwärtigen Krieges. Oliver Laric zeigt Airbrush-Variationen eines gefälschten iranischen Fotos eines Raketenabschusses, das im Internet vielfach humorvoll manipuliert wurde. Knowbotic Research bieten ein fiktives Ende einer bewegenden, über YouTube verbreiteten Nachrichtengeschichte, bei der ein junger Palästinenser sich in einen Transformer-artigen Roboter verwandelt. Harun Farocki thematisiert die Frage einer computerunterstützten Traumatherapie für Kriegsveteranen.

Beteiligte KünstlerInnen:
Phil Collins, Joseph DeLappe, Dunne & Raby, Harun Farocki, Harroll Fletcher, Knowbotic Research, Oliver Laric, Renzo Martens, SWAMP, Thomson & Craighead, Milica Tomic, Sarah Vanagt

Zu Paul DeMarinis, RainDance

Rain Dance ist eine interaktive Klanginstallation, die Wasser einsetzt, um damit eine Vielzahl von Nichtwasserklängen zu erzeugen. Sprühstrahlen aus kleinen Wassertröpfchen werden durch eigene elektronische Spritzdüsen moduliert und transportieren Klangvibrationen, die unhörbar sind, solange der Betrachter/Hörer nicht den Wasserstrahl mit einem großen Regenschirm unterbricht. Dadurch wird der Klang entschlüsselt und von der Oberfläche des Schirms wiedergegeben, der Regenschirm wird zum Lautsprecher.
Verschiedene elektronische und akustische Materialien werden auf die Strahlen moduliert, so dass spazierende Menschen sich jederzeit eine Vielzahl von Klangmaterialien - von musikalisch über rhythmisch bis zu elektronisch - anhören und durch die eigene Bewegung mischen können.
Die Arbeit wird von Juli bis September am Julius-Mosen-Platz in der Oldenburger Innenstadt im Rahmen von KLANGPOL Netzwerk für Neue Musik präsentiert. Am 10. September wird im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst die erste Einzelausstellung des Künstlers in Deutschland präsentiert.

anschl. evtl. Stadtführung oder zur freien Verfügung
Entdecken Sie mit einer Stadtführung die malerischen Gassen und Sehenswürdigkeiten der Residenzstadt Oldenburg oder genießen Sie einen Bummel durch die Einkaufsstadt.